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- 13.04.2012 19:59 - katatonik

Es ist ganz normal

In Linz steigen Fußballfans zu, junge Männer, sie trinken Bier, haben schon Bier getrunken, und grölen. Sie finden im zweistöckigen Zug – adaptierte Lokalzüge der ÖBB, von einer Privatbahn betrieben – keinen Platz mehr. Sie bleiben im Eingangsbereich stehen, da, wo das Café ist. Wenn man oben sitzt, sieht man sie nicht, man hört nur ihren Anführer, der hin und wieder durch ein Megaphon Sprechchöre vorgibt (darunter auch einer, in dem sich “…verkehr” auf “Schaffner” reimt). Es ist wie ein Sturm, der über dem Nachbardorf niedergeht.

In St. Pölten steigen die Fußballfans aus. Man kann nun nach unten gehen, ins Café, wenn man Kaffee möchte. Dort ist alles devastiert. Leere Kaffeebecher und -deckel, Plastiklöffel, Servietten, alles verstreut; Neonlampen aus der Verankerung gerissen, am Boden zertreten. Zwei Bahnbedienstete räumen auf. Ein paar Buben, Fahrgäste, helfen ihnen, bringen immer wieder Objekte herbei, die die Fußballfans verstreut haben, halbvolle Bierflaschen, leere Schnapsflascherln; sie tragen auch Berichte herbei über Devastierungen an anderen Ecken des Wagens. Niemand regt sich auf, keine Echauffierungen. Es ist alles ganz normal, man resigniert vielleicht etwas (“sogar die Neonlampen, oh je”), aber sonst, ganz still. Als würde das jeden Tag passieren und nichts bedeuten.

campfire

- 31.03.2012 22:37 - katatonik

Hauz-i-Alai, Hauz Khas

Unter Alau’D-Din Khilji (1296-1316) wurde der Teich Hauz-i-Alai zur Wasserversorgung seiner Hauptstadt Siri errichtet. Nach Ende der Khilji-Dynastie wurde der Teich nicht mehr verwendet. Ferozshah Tughlaq (1351-1388) ließ den Teich erneuern, Gebäude um ihn errichten, verschönern, dazu gehörte auch ein College, eine Madrasa.


Hauz-Khas Village, gleich am Rande der riesigen Anlage mit Teich, Deer Park und, dem Vernehmen nach, auch Hasen, ist ein gentrifizierter Teil von Neu Delhi. Es ist nicht groß; einige kleine Gassen, Galerien, Designer, exquisite Kleidung, Restaurants und Bars, vor denen die Gäste Willkommen heißenden Kellner mit auf Pulten ausgelegten Reservierungsbüchern und Karten auf der Straße stehen. Das ist absurd. Die Gebäude wachsen nach oben. Klein und verwinkelt.

Es ist laut, unordentlich und verkehrstechnisch unberechenbar, wie Städte in Indien eben so sind, doch in den Gebäuden nach oben wird es stylish hin zu rooftop bars. Atmosphärisch nicht so anders wie vor 20 Jahren in billigen backpacker hotels auf Dachterrassen Whiskey zu trinken, bilde ich mir wenigstens ein; die Musik ist ähnlich (Boy George, Opus). Nur teurer, und der Kellner erzählt einem sehr nuanciert etwas über den Geschmack des gewählten Rums aus Sikkim. Das hätten die hotel boys früher nicht gemacht, gekonnt, gewollt.


Wenn man nach Hauz-Khas-Village fährt, bleibt die Autorickshaw oft draußen vor einem Balken stehen. Dort stinkt es unglaublich, Müllablade gleich daneben.


In den Ruinen hüpfen junge Menschen herum, neben dörflichen Kids auch Touristen, man fotografiert seine Freundin in den pittoresken muslimischen Ruinen in aufreizender Bollywood-Pose. Raubvögel kreisen über dem Areal; nur die Mynahs bleiben von ihnen unbeeindruckt, wahrscheinlich weil sie, wie G. nahelegt, wissen, dass sie schlecht schmecken.


campfire [1]

- 08.12.2011 12:36 - katatonik

Taipei: animals and colourful containers

Besonders apart die immer mit blauhimmeligen Landschaften bemalten Elektrizitätscontainer auf den Straßen. Man sagte mir, die Menschen hätten protestiert, weil die Dinger davor so hässlich gewesen seien.






campfire [2]

- 01.10.2011 18:28 - katatonik

Moments loriotesques

Gestern und heute gleich zwei lorioteske Momente:

Da war der Apotheker mit dem Seitenscheitel, der sich in der steif-bürgerlichen Haltung höchster Diszipliniertheit mit so eher alltägliche Lockerheit erwarten lassenden Aufgaben wie Türfürkinderwagenöffnen oder Kugelschreiberankundenverschenken befasst. Es hat gedauert, bis ich verstand, dass er mir einen Kuli schenkt. Dachte zuerst, ich solle nun meine Sterbeurkunde unterschreiben.

Dann war da heute der ältere Herr, der im Bioladen an der Kasse anprangert, dass hier Croissants mit MARGARINE verkauft würden, nicht mit ECHTER BUTTER, das würde doch also wirklich nicht zur Reputabilität des Ladens beitragen (mehrmals wiederholt, das mit der Reputabilität). Die Kassierin hatte Mühe, im das Konzept des Veganers nahezubringen.

campfire

- 07.05.2011 18:45 - katatonik

Vögel und Wasser










campfire

- 23.04.2011 20:21 - katatonik

Eining, Donauufer

campfire

- 03.04.2011 21:02 - katatonik

Es ist ein gutes Land

“Es ist ein gutes Land
von hellem Wiesengrün und
Saatengold hebt sichs em-
por zu Hügeln voller Wein
wo auf und auf die Traube
hängt und schwellend
reift in Gottes Sonnen-
glanze der dunkle Wald
voll Jagdlust krönt
das Ganze.”

campfire

- 06.03.2011 21:10 - katatonik

Verbötön

Es gibt in Budapest sehr viel Unverständliches. Recht offensichtlich ist zumindest eine gewisse Freude der örtlichen Autoritäten an Verbotsschildern.

Was nun verbietet der diagonale Strich durch das Männchen rechts unten? Man ahnt Probleme mit Leibeswind. Diese Grafik ward übrigens nur in kleinen Bussen zu sehen. Kein Leibeswind im Kleinbus?

campfire

- 21.02.2011 17:41 - katatonik

Meet Joe, the quintessential blackbird

campfire [1]

- 05.12.2010 19:26 - katatonik

Barbados

campfire