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- 11 11 2002 - 22:46 - katatonik

Subversionsindikator

“Sehr geehrter Herr Mayr !

Wie Sie wissen vertrete ich rechtsfreundlich die Österreichische Volkspartei und Herrn Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel.

Auf Ihrer Homepage werwennnichter.at veröffentlichen Sie nunmehr auch unter der Rubrik “Fundstücke” Tondokumente, in denen Sie Originalaussagen meines Mandanten Dr. Wolfgang Schüssel aus dem Zusammenhang gerissen Interviewfragen eines Reporters gegenüberstellen, wobei Interviews in dieser Form niemals gegeben wurden. Sie erwecken dabei den irreführenden und unzutreffenden Eindruck, dass mein Mandant Ihrem Medium derartige Interviews gegeben habe und stellen die Aussagen meines Mandanten auch in jedem einzelnen Fall in falschem sachlichen Zusammenhang dar.
Ein nicht unmaßgeblicher Teil der Besucher Ihrer Website, der diese Tondokumente hört, wird annehmen, dass es sich tatsächlich um vollständige und in dieser Form abgegebene Originalinterviews handelt.

Mit dieser Verwendung der Originalstimme meines Mandanten greifen Sie massiv in dessen Persönlichkeitsrechte gemäß Â§ 16 ABGB ein (z.B. OGH 29.11.2001, 6 Ob 270/01a).

Mein Mandant hat daher Anspruch auf Unterlassung der weiteren Veröffentlichung, Beseitigung der Tondokumente, Schadenersatz und Veröffentlichung einer Richtigstellung (im Falle der Prozessführung Urteilsveröffentlichung).

Zur Vermeidung einer gerichtlichen Auseinandersetzung lade ich Sie namens meines Mandanten daher ein,

1. umgehend die beanstandeten Tondokumente von Ihrer Homepage zu entfernen,

2. binnen 3 Tagen beiliegende außergerichtliche Erklärung ./1, unterfertigt durch die zeichnungsberechtigten Inhaber der Homepage, im Original an mich zu übermitteln und

3. binnen 14 Tagen die Kosten meines Einschreitens von pauschaliert Eur 700,00 (inkl. 20 % USt) zu meinen Handen zu überweisen, wofür ich beiliegenden Zahlschein ./2 beischließe.
Andernfalls behält sich meine Mandantschaft die Inanspruchnahme gerichtlicher Hilfe vor.

Mit der Bitte um Nachricht verbleibe ich
mit den besten Grüßen …”

Es heißt ja immer, Politik hätte in den Zeiten aufgeklärter Postmoderne bereits durchschaut, dass man Kritiker und Provokateure am besten durch Anschweigen ins Leere laufen läßt.
Das macht Kritikern und Provokateuren ihre Arbeit schwer, weil ungewürdigt.
Die zeitgemäße Würdigung des Provokateurs und seiner Arbeit, das zeitgemäße Zeichen für Subversion: die Abmahnung.


abgeklärt. ich meinte: abgeklärt. nicht aufgeklärt.

katatonik (Nov 12, 03:03) #


Wie bizarr. Wahrscheinlich hat ihnen ein entlassener New-Economy-Berater gesteckt, dass das Web ein ganz gefährlicher Meinungstwister ist.

gHack (Nov 12, 11:50) #


ja, bizarr ist das wort. ich frage mich, ob die auch sowas machen, wenn in einer kabarettsendung im fernsehen schüssel-interviewzitate montiert werden, oder in einem satirischen kommentar in einem print-medium.

katatonik (Nov 12, 16:37) #


Politiker sind manchmal an Stellen empfindlich, an denen man eigentlich dicke Panzerung vermuten dürfte. Ich erinnere da an diese Haarfärbereigeschichte mit Herrn Schröder.

gHack (Nov 12, 17:47) #

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