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- 22 04 2003 - 11:12 - katatonik

Gemeinsamkeiten, weit her geholt, von Filmgenres, weit her geholt

Bollywood-Filme aus Indien und Pink Movies aus Japan.

Gemeinsamkeiten:

1. Beides sind weitgehend narrative Genres.

2. In der Narration gibt es “Einsprengsel” einer Art von Szenen, die mit ihr zwar verbunden (gleiche Protagonisten, Narrationsinhalte werden aufgegriffen), von ihr aber dramatisch abgesetzt sind. Dinge, die sich während dieser Einsprengsel ereignen, können in der nachfolgenden Narration gänzlich vergessen oder sogar umgekehrt werden.
Das sind Musik- und Tanzszenen in Bollywood-Filmen und Sexszenen aus Pink Movies.

3. Die Filme haben charakteristische Aufführungsumgebungen und soziale Settings. Der Bollywood-Film wird im indischen Kino unter Lärm und allgemeiner Gesprächsbeteiligung gezeigt. Das Pink Movie läuft in eigenen Kinos, meist im Dreierpack, tagsüber, bei Licht (Leute lesen Zeitung dazu oder essen ihr Lunchpaket). Das (meist männliche) Publikum schläft auch mal.

4. Bei beiden Genres wurde und wird die charakteristische Aufführungsumgebung durch das Aufkommen von Video verändert, unterlaufen, konkurriert.

5. In den charakteristischen Aufführungsumgebungen der Filme interessiert die Narration sekundär. Ein Großteil des Publikums interessiert sich hauptsächlich für die “Einsprengesel”.

6. Im Westen zeigt man sich enthusiastisch gegenüber beiden Genres.


Warum werden die Pornos bei Licht gezeigt? Damit keiner wichst? _Das_ ist bizarr!

gHack (Apr 22, 15:43) #


Bei Licht werden die Filme (die übrigens nicht wirklich Pornos im hiesigen Sinn sind) angeblich vorwiegend deshalb gezeigt, weil die Leute eben nebenher Zeitung oder Mangas lesen wollen.
Das Ganze ist keine konzentrierte und auch keine geheime Filmsicht im Dunkeln, sondern ein zwischendurch Ins-Kino-Zischen von Leuten in der Mittagspause. Könnte sein, dass das mit dem Licht auch Respektabilitätsgründe hat (siehe Wixvermeidung), aber davon ist mir nichts bekannt.

katatonik (Apr 22, 16:17) #


Ja, so Triple-Feature... Da ist selten einer die ganze Zeit über mit voller Konzentration dabei. Diese Rezeptionssituationen finde ich immer interessant. Gesehen habe ich bisher weder einen dieser indischen Musikfilme noch einen Pink Eiga.

gHack (Apr 22, 18:58) #

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