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- 23 02 2004 - 20:33 - katatonik

Stipendiatinnenkaffee

Der Stipendiengeber bezahlt die Stipendiumsbeträge zweimal pro Jahr aus. Die Stipendiatin bekommt dann also jeweils einen erstaunlich hohen Geldbetrag aufs Konto, einfach so.

Sie muss sich als “neue Selbstständige” versichern, Kranken- und Pensionsversicherungsbeiträge ausgerechnet bei jener Versicherungsanstalt leisten, die für ihre hohen Selbstbehalte im Krankheitsfall bekannt ist. Nun ja.

Die Versicherung stuft die Stipendiatin auf niedrigste Stufe ein, weil sie dazu verpflichtet ist. Das bedeutet, dass im nächsten Jahr mit hohen Nachzahlungen zu rechnen ist. Auch versteuert werden muss das Stipendium, wie ganz normales Einkommen. (Das letzte Stipendium war in Deutschland und steuerfrei, grummelt die Stipendiatin.) Auch die Steuernachzahlung droht erst nächstes Jahr.

Bis dahin liegt also Geld herum. Die Stipendiatin schüttelt energisch bunte Bilder von Kurskurven diverser Aktien ab und denkt nicht einmal daran, die Brache eines immer noch irgendwo existierenden Online-Depots mit neuem Dünger zu versehen. Sie bleibt vernünftig und informiert sich über Sparbuchkonditionen. Warum nicht, wo man doch schon türkischen Kaffee in der Nachbarschaft trinkt, sein Bares auch für drei Prozent im Jahr der türkischen Bank ums Eck anvertrauen? Zumindest die Kosten für ein paar Tässchen Süsskaffee sollten dadurch gedeckt sein. Vielleicht dazu auch noch ein Häufchen Baklava, wenn die Inflation nicht allzu kräftig anzieht. Oder doch noch dem Rat der Bekannten folgen und Inhaber-Teilschuldverschreibungen? Auf eine neue Zahnfüllung hin spekulieren gar?


In Ostblockzahnarzt-Aktien anlegen?

gHack (Feb 23, 22:59) #


Ukraine?
Bezüglich der Auswirkungen der EU-Erweiterung auf Zahnarztpreise im Grossraum Wien, jedoch jenseits der österreichischen Staatsgrenze, bin ich ohnehin äusserst besorgt.

katatonik (Feb 23, 23:45) #


Man müsste die Ostblockzahnärzte industriell organisieren und in einer hyperkommodifizierten Corporation zusammenfassen. Das heisst "EuroTooth Paradise" in Kiev, und zwar mit eigener Rollbahn und Charterverträgen mit fliegendem Material von "EasyJet" und "Air Berlin".

gHack (Feb 23, 23:58) #


Dann schon lieber der Minizahnarzt in Sopron und die Übernachtung in knarzigen Pensionsbetten. Es gibt übrigens auch rumänische Zahnärzte in Wien, übrigens.

katatonik (Feb 24, 00:24) #

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