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- 6 04 2004 - 08:30 - katatonik

Das richtige Medienzitat zu Mitternacht

Verspätet eingezappt in eine Dokumentation über homosexuelle Asylwerber, deren Nöte in Deutschland nicht als Asylgrund anerkannt werden. Bericht über Sascha, der bei Zwangseinzug in die Armee eines (wg. verspäteter Einzappung) nicht bekannten ex-jugoslawischen Landes flüchtete. Armee wäre als Schwuler sein Tod gewesen, sagt Sascha.

Sascha sitzt in Deutschland in Abschiebehaft. Während der Dreharbeiten der Dokumentation erhalten die Macher eine Nachricht auf ihren Telefonanrufbeantworter: Sascha hält es nicht mehr aus, er habe beschlossen, sich das Leben zu nehmen und es täte ihm leid, sich so verabschieden zu müssen.

Schnitt vom Telefonanrufbeantworter auf in milchigweissen Hintergrund verlaufende Bilder einer Hand, eines Tisches und eines braunglasigen Giftfläschchens. Die Stimme aus dem Off erzählt, was Sascha geschluckt hat. Dazu öffnet die Hand das Giftfläschchen und führt es zum gerade noch sichtbaren Mund.

Dazu ertönen flockig-muntere Toneinsprengsel. Ja, richtig gehört: Der Selbstmordversuch wird unterlegt mit der Kennmelodie von “Six Feet Under”, einer amerikanischen Fernsehserie über ein Bestattungsunternehmen. Jede Episode beginnt mit einem Todesfall. Gen Ende der Todesfallszene wird gern in weiss ausgeblendet. Da muss sich jemand was gedacht haben: hey, den Selbstmordversuch machen wir jetzt auf Six Feet Under, so mit weiss und so, Musik auch noch, geil.

Sascha hat den Selbstmordversuch überlebt. Natürlich, denkt man, sonst hätten die ja doch wohl nicht das flockig-muntere SFU-Zitat, wär ja doch zu viel gewesen. Andererseits, man befindet sich bei Spätabendfernsehen so als Zuschauer ja doch immer in der Erwartungshaltung auf zynischste Zynismen. Es hätte einen auch wieder nicht gewundert, wenn.


Lass mich raten: Spiegel TV.

gHack (Apr 6, 10:30) #


"andersTrend". schwulenmagazin auf rtl, montags 0:20, scheinbar aber nicht jede woche.

katatonik (Apr 6, 14:49) #


Das waren die, die vorher eine Reportage über den zu veranstaltenden CSD in Altötting gebracht haben. "Irma Haferdimpfl, hat Leserbrief gegen den CSD geschrieben." - "Hans Holz, Stadtpfarrer".

gHack (Apr 6, 15:07) #


Natuerlich nicht. Schliesslich ist Homosexualitaet eine heilbare
Krankheit.

jbsk (Apr 6, 15:12) #


Kann mal bitte einer diese Freaks von ihrer "Religiosität" heilen? Danke.

gHack (Apr 6, 17:45) #

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