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- 2 08 2004 - 09:34 - katatonik

Das Ausländermobiltelefon

G. und ich hatten noch gewitzelt. Ich hatte überlegt, mir während des Japanaufenthaltes ein hiesiges Mobiltelefon zuzulegen. G. hatte berichtet, in der Schweiz würde das nicht mehr gehen, so als temporärer Tourist, da müsse man schon Schweizer oder ansässiger Ausländer sein. Aber die Japaner würden doch nicht, neinnein.

Ich spazierte durch Shinjuku und blieb beim ersten besten Elektrodiscounter stehen. Herr Takeda, so stand es auf seinem Namensschild, holte auf mein Begehr hin gleich einen Vodafoneprospekt unter dem Mobiltelefon-Ausstellregal hervor, zeigte mir ein Modell, beschrieb den Vorgang (prepaid, klar, Karten zu 3000 und 5000 Yen), ich sagte, gut, wir gehen nach drin und ich fülle ein Formular aus. Welche Adresse? Hotel? Japanische Freunde? Herr Takeda ruft bei Vodafone an und erfährt, dass das alles nicht ginge. Japanische Freunde könnten für mich ein Telefon kaufen und anmelden (mit deren Ausweis), aber ich selbst, das ginge nicht.

Er bietet ein anderes Telefon an, andere Firma, ruft dort an. Adresse japanischer Freude geht auch dort nicht. Aber Hoteladresse? Die Person bei der Firma muss nachfragen und ruft zurück. Herr Takeda und ich warten. Neben mir versucht ein chinesischer Student, einen Mobiltelefonvertrag abzuschliessen, der ihn bedienende Herr erkundigt sich bei Herrn Takeda wg. Vorschriften, ja, Studentenausweis, Adresse der Uni, und so weiter. Ja, sagt Herr Takeda zu mir, ist alles schwieriger geworden, bis letztes Jahr war das alles kein Problem, aber jetzt – viele Leute machen eben “schlechte Sachen” mit Mobiltelefonen, und daher wäre das jetzt strenger geworden. Es ist zu heiss, um darauf zu fragen, ob etwa Japaner mit Mobiltelefonen keine schlechten Sachen täten, einfach viel zu heiss.

Herr Takedas Mobiltelefon läutet. Ja, Hoteladresse geht. (Das ist ja auch besonders sinnvoll, da man sich als wochenlang herumreisender Tourist auch garantiert immer im gleichen Hotel aufhält und dort immer erreichbar ist, klar. Aber egal.) Da ich nur den Namen des Hotels kenne, aber nicht die Adresse, ruft Herr Takeda noch freundlicherweise bei einer Auskunftsnummer an. Er schreibt die Hoteladresse auf einen Zettel, in Kanji. Dann schiebt er mir den Zettel zu, und ich darf sie, in Kanji, auf dem Formular eintragen. Das überrascht mich, weil ich gewohnt bin, dass japanische Dienstleistungsangestellte alles, was Kanji erfordert, für mich machen, automatisch, ungefragt. Während Herr Takeda meinen Reisepass kopiert (nicht nur die Hauptseite mit Foto, auch die mit dem japanischen Visum), kritzle ich also herum, einigermassen erfolgreich. Bezahlen, gehen. An der Kreuzung auf grünes Licht wartend fühle ich mich bemüssigt, mit dem Papiersackerl in der Hand fröhlich zum Takt eines irgendwoher schwingenden Songs zu wippen.

Jetzt habe ich also ein Mobiltelefon, das auch E-Mails empfangen kann (gratis) und schreiben (10 Yen pro Stück, egal wohin). Was es sonst noch kann, versuche ich gerade herauszufinden, während es sich auflädt.


Das ist ja kawaiii und sugoiii gleichzeitig! Also, einen Dienst, über den man kostenlos E-Mail aufs Handy kriegt, hätte ich ja auch gern.

gHack (Aug 2, 10:47) #


das mintblaue ist ja wohl todesschick.

LaTaiga (Aug 2, 14:04) #


Japan ist eh der Mobiltelefonhimmel.

gHack (Aug 2, 14:23) #

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