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- 26 05 2005 - 00:16 - katatonik

So nebenbei war da auch Antideutsches

Gestern abend erstmals unbesoffene und nicht online verlaufende Wahrnehmung von antideutschem Auftreten zu Wien. Konkret wurde dieser Text verlesen, bevor es dann Musik von anderen gab.

Provokativ, aber nicht provokant. Mit Stilmitteln der Übertreibung formuliert und vorgetragen, gleichzeitig in eine Wissenschaftlichkeit vortäuschende Sprache gekleidet.

Vielleicht ist das die Kunst solcher Texte, oder ihre Eigenart: die Kombination aus wissenschaftlicher Sprachkleidung und Irritation durch Übertreibung an ausgesuchten Stellen, als würde ein in professoralen Anzug Gekleideter herumhaspeln und -hanteln, oder ein Glasröhren Beforschender in weißem Kittel seine Glasröhrchen zerbeißen, dabei die geboten ernsthafte Miene wahrend.

Freilich klang der Text wie auswendig gelernt, das sprachlich eigens Zurechtgezimmerte (“trikontinental-faschistische Baath-Herrschaft”) glitt nicht leicht von der Zunge, konnte gar nicht zur Schau gestellten Haltung der Souveränität passen.

Inhaltlich auch enttäuschend, eine sehr selektive Zielsetzungswahrnehmung politischen und kulturellen Geschehens, die alles unter seiner Aussagekraft als Antisemitismusindikator und in seiner Analogiefähigkeit zur Zeit des Nationalsozialismus sieht: Irakkrieg gut, weil USA Befreiungsmacht (wie schon damals bei uns), und weil Hussein-Regime schlecht und Hussein-Unterdrückte nicht zur Eigenbefreiung fähig. Als Gegengewicht zu tumbem Antiamerikanismus wünsche ich mir das so, wie ich der flauen österreichischen Sozialdemokratie in Wien eine vorwiegend FPÖ– wählende Bevölkerung von Gemeindebauten gewünscht habe.


Bisschen lang auch für Vorlesen.

roland (May 26, 08:35) #


und keine bilder.

katatonik (May 26, 08:50) #


Ganz klar auch zu wenig Jokes.

bov (May 26, 10:09) #


Aber meistens ganz gute Mucke.

Parka Lewis (May 26, 13:46) #


Ganz recht.

tristan (May 27, 17:39) #

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