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- 14 10 2005 - 08:49 - katatonik

Goldhamster-Genpool

Mesocricetus auratus, stammt aus Syrien, 1839 angeblich von einem britischen Zoologen entdeckt und beschrieben (davor vermutlich von syrischen Hochebenenbewohnern beobachtet und besungen), galten lange Zeit als verschollen bzw. ausgestorben (auch bei den Syrern?), 1930 vom israelischen Professor Israel Aharoni wieder entdeckt. Drei von den Hamstern, die er aus Syrien nach Israel brachte, überlebten und wurden vermehrt. Fast alle heute lebenden Goldhamster stammen von diesen inzüchtlerischen Abkömmlingen ab (nur nicht die in Syrien und die von in Syrienreisenden woandershin gebrachten). Ab 1971 wurden auch vereinzelt Exemplare aus Syrien in die USA gebracht und möglicherweise in den Goldhamstergenpool eingeworfen; Genaues scheint man nicht zu wissen. (Note that “hamsters” is spelled without a “p”.)


Was mich ja an dieser Geschichte immer wundert: Bei diesem winzigen Genpool müssten die Biester ja längst wegen Inzucht ausgestorben sein. Oder mutieren die einfach so schnell, dass es ihnen nichts ausmacht? Rätsel über Rätsel.

gHack (Oct 14, 11:07) #


"Inzucht als Zuchtverfahren macht nur bei gleichzeitiger strenger Selektion Sinn. Wenn die Selektionskriterien rein optischer Natur sind, häufen sich die genetischen Defekte an. Wenn die Selektionskriterien aber in etwa den natürlichen Selektionsbedingungen entsprechen, wenn also alles was in seiner Vitalität und Fortpflanzungsfähigkeit eingeschränkt ist auch wirklich nicht zur Fortpflanzung kommt, dann werden sich jene Gene anhäufen, die positive Merkmale im Sinne von Selbsterhaltung und Arterhaltung bestimmen. Es gibt aus der Haustierzucht eine Reihe von Beispielen, dass auch extreme Inzuchtpopulationen langfristig überleben können. z.B.: Das arabische Vollblutpferd, das seit mehr als 2000 Jahren rein gezüchtet worden ist und zumindest in den Ursprungsländern auch heute noch sehr strengen natürlichen Selektionsbedingungen ausgesetzt ist. [...] Erbfehler entstehen ja nicht durch Inzucht, die rezessiven Gene treten durch Inzucht häufiger in homozygoter Form auf. Wenn aber schon primär keine Defektgene vorhanden sind, dann können auch keine homozygot werden. Das inzuchtbedingte Auftreten von Erbfehlern ist somit auch immer eine Frage der aktuellen tatsächlichen "genetischen Bürde" der Population. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem "Founder-Effekt". Das heisst dass auch große Populationen, die von einigen wenigen Gründertieren abstammen, immer nur die genetische Varianz haben können, die die Gründertiere hatten. Und wenn die Gründertiere keine Defektgene trugen, dann sind auch in der Folgepopulation keine, die homozygot werden können. Natürlich kann es durch Mutationen zum Entstehen neuer Genvarianten kommen, Mutationen sind aber Zufallsereignisse und können, müssen aber nicht stattfinden."

so jedenfalls <a href="http://www.drta-archiv.de/A...">Irene</a>

stefan (Oct 17, 11:41) #


Interessant! Danke!

gHack (Oct 18, 19:42) #


Dafür sind sie 10.000 mal weniger empfindlich auf Tetrachlordibenzildioxid als Meerschweinchen. (sagt das Handbuch des nutzlosen Wissens, Bd. III)

KerLeone (Oct 22, 00:13) #

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