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- 18 02 2007 - 21:27 - katatonik

Security cultures, security gestures

Im Vergleich zur schreiintensiven Zieht-eure-Schuhe-aus-und-ich-will-eure-Bordkarten-in-den-Händen-sehen-aber-dalli Bootcamp-Passagierkontrollmethode am Bostoner Logan Airport möchte man die durch schweigende Langsamkeit bürokratisch obstinate Gepäcksdurchlaufkontrolle in Paris, CDG, willkommen heißen, welchselbiger die anströmenden Passagiermassen inklusive Wir-versäumen-unseren-Flug-ihr-Deppen-Klageweibern aber sowas von egal ist.

Die Wiener Kontrollore pflegen ihre eigene Kultur, die darin besteht, nach außen hin einen auf Großkotz zu machen (vor allem bei Menschen dunklerer Hautfarbe), sich aber durch freundliche Unterwürfigkeit zu mildtätigem Verhalten erweichen zu lassen. Man muss nur ihre Autorität zwischenmenschlich anerkennen, dann geht fast alles.

Sehr schön fand ich übrigens die Geste eines in Logan durchkontrollierten Mannes mittleren Alters (schlank, krauses Grauhaar, die schwarze Kleidung des Intellektuellen oder Kreativen). Er war schon durch, seine Mitreisenden oder die, von denen er sich verabschieden wollten, dann eben nicht.

Er stellte sich in Socken auf die Zehenspitzen, erblickte über die Sicherheitsschleuse hinweg die, die er suchte, und winkte heftig mit seinen etwas abgelatschten (schwarzen) Herrenschuhen. Mehrmals, als wollte er diese durch neue Sicherheitsmaßnahmen erst ermöglichte Geste erst ausprobieren, einüben.

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