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- 16 04 2007 - 22:07 - katatonik

Rock and hard place

Gefunden auf einem Friedhof im Waldviertel. Zwei deutsche Soldaten, nicht namenlos, sondern “namenlos aufgefunden”, das ist präzise. Zwei namenlos aufgefundene deutsche Soldaten also, ermordet von “NS Schergen” in den letzten Kriegstagen.

Aus dem Kopf der namenlos eingeschliffenen Nonne, in deren Schoß einer der Toten ruht, denkt sich das Wort “vergebens” gegen das zentrale Kreuz. Der Granit wird aufgefordert, zur Ehre der beiden Helden zu sprechen. Es ist also der Tod zweier Helden, so spät noch, so knapp vor Einsetzung in ihre Heldenrolle zu Lebzeiten, der vergebens ist. Darin liegt die Tragik.

Aber hätte diese Ehreneinsetzung nicht verlangt, dass ebenjene “NS Schergen”, die sie ermordeten, siegreich gewesen wären? Verlangt das Paradies, dessen unwiederbringlichen Verlust diese Tragödie bedeutet, nicht gerade nach deren Agenten? Etwas stimmt nicht.


“Vergebens” war hier die Anstrengung, die Anmutung dieses Granitblocks durch die Gravur zu erhalten oder zu unterstreichen. Sollte es Erhabenheit sein, so gibt sie das schräg gesetzte Wort der Lächerlichkeit preis; ist es Pathos, untergräbt der Text selbst dessen Autorität. Hier stimmt vermutlich kaum etwas.

p3k (Apr 17, 08:08) #


mir klingt das wie das erste kapitel von einem krimi. wo man erst auf seite 498 erfährt, warum es doch stimmt.

da waren also zwei soldaten in deutscher uniform in einem walde im waldviertel. namenlos – das heißt, man kannte sie in der gegend nicht.
nicht gefallen, ermordet – und man weiß anscheinend, von wem. zumindest daß es schergen des staates waren, zu dessen heer die beiden gehörten.

warum morden ns-schergen deutsche soldaten? sind die desertiert, zu den alliierten übergelaufen, waren sie beim widerstand?
um sagen zu können, daß sie “vergebens” gestorben sind, muß man die geschichte recht genau kennen. und “namenlos aufgefunden” klingt, als hätte man ihnen später durchaus namen zugeordnet. stehen die irgendwo?
von wann ist der stein? 60 jahre alt sieht er nicht aus.

caru (May 1, 21:36) #


ich weiß nicht, wie alt der stein ist. aber du hast recht, er sieht nicht allzu alt aus. man beachte auch die frischen blumen (in der mitte: himmelsschlüssel) davor.

katatonik (May 2, 21:09) #


die laterne links (vermutlich standardgemäß am sockel befestigt) ist nagelneu. wäre die auch nur fünf bis zehn jahre in wind und wetter gestanden, sähe das metall ganz anders aus. ähliches gilt für die vase rechts.

mir gehn schon wieder lauter grausliche krimiszenarien durch den kopf.

(selten so einen geschmacklosen gedenkstein gesehen. doch das soll unerwähnt bleiben.)

caru (May 3, 21:00) #

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