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- 8 03 2009 - 19:04 - katatonik

Sozialeindampfung

Abgesehen von anderen guten Gründen, nicht bei Facebook sein zu wollen, ist da noch der Aspekt der Eindampfung sozialer Fragmentierung.

Ich finde soziale Fragmentierung toll. Großartig. Eine feine Errungenschaft der Moderne, dass ich nicht mehr in einem Schlammloch sitzen muss und mich mein Leben lang nur mit anderen Schlammlochbewohnern austauschen.

Ich kenne Leute, die einander nicht kennen. Viele. Ich entfremde mich von Leuten, gerate in ihre Vergessenheit und sie in meine, und das soll so bleiben, und falls wir einander zufällig im Kaffeehaus begegnen, regeln drei Sekunden, ob wir miteinander reden, und es bleibt schön im Unklaren belassen, ob da jemand jemanden nicht grüßen wollte oder einfach übersehen hat. Das ist gut so, das Unklare. Auch das ist eine zivilisatorische Errungenschaft.

Ich möchte keine Sozialtransparenz. Ich will nicht mit meinem bürgerlichen Namen in einem Netzwerk zugänglich sein und allen Subgemeinschaften, denen ich irgendwie angehören mag, mitteilen, welchen anderen Subgemeinschaften ich angehöre.


hab mich mit fakenamen angemeldet, geschaut, nach 1 minute wieder abgemeldet.

godany (Mar 10, 22:05) #


neuer internetzwettbewerb: kürzest mögliche existenz auf facebook.

katatonik (Mar 11, 07:32) #

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