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- 2 12 2009 - 09:16 - katatonik

Humanitäres Bleiberecht, Helen Lovejoy style

Die Priestersgattin Helen Lovejoy ist aus der Fernsehserie “The Simpsons” dafür bekannt, dass sie in allen möglichen und unmöglichen Zusammenhängen im Tonfall größter Bestürzung einmahnt, man möge doch an die Kinder denken (“Will someone please think of the children?”).

In Österreich wird nun wieder über das humanitäre Bleiberecht diskutiert, anlässlich des Falles Arigona Zogaj (Kosovo). Die österreichischen Behörden befinden, Arigona und ihre Mutter dürften nicht in Österreich bleiben, obwohl Gutachter bei ihrer Mutter massive Suizidgefahr sehen. (Die anderen Familienmitglieder wurden bereits in den Kosovo ausgewiesen.) Auch die offensichtliche Integriertheit des Mädchens Arigona spielt keine Rolle.

Ein Argument, das gerne für die Gewährung des Bleiberechts an Arigona verwendet wird, würde Helen Lovejoy sicher gefallen: Die Kinder dürften nicht für die Fehler der Eltern bestraft werden. Wenn die Eltern ihre Familie mit illegalen Schlepperbanden nach Österreich bringen, so das Argument, soll man die Eltern dafür (durch Abschieben) bestrafen, nicht aber die Kinder. Die sollen dableiben dürfen.

Das ist in einem Land, das herzige Kindlein und fluffige Hundlein mag, möglicherweise als Strategie vielversprechend. Humanitär ist es nicht (werft die Eltern raus, lasst die Kinder da – in Heimen oder was?), und politisch engstirnig (wie kommt man eigentlich als Kosovare legal nach Österreich? He? Anyone?). Das Kindlein-Argument ist ein Schritt zurück.

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