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- 20 08 2001 - 01:01 - katatonik

Bis die Leute Namen haben wollen

Die österreichischen Mitglieder der VolxTheaterKarawane sind enthaftet und in Österreich. Im Laufe des heutigen Tages (Montag) werden sie eine Pressekonferenz geben.
Warum werden ihre Aussagen im Online-Standard schon jetzt veröffentlicht – unter Hinweis darauf, dass die Leute noch anonym bleiben wollen? Im Interviewtext spricht mehrmals ein “ich”, es bleibt aber unklar, wer da spricht, oder ob das jeweils der- oder dieselbe ist. Einerseits scheint da der Anspruch einer Kollektivität erhoben zu werden, die sich nicht individuell benamst. Gut. Andererseits scheint aber dadurch, dass dieses “noch anonym bleiben wollen” im Raum hängt, eine Benamsung einzelner Leute in Aussicht gestellt zu werden. Das ist ein Aspekt, den ich etwas seltsam finde.
Ein anderer Aspekt ist: Warum kann der Standard nicht warten, bis die Leute Namen haben wollen? Würde man bei Informanten über linksextreme Ausschreitungen irgendwo genauso vorgehen, also Interviews ohne Namensangabe veröffentlichen unter Hinweis darauf, dass sich die Leute schon morgen oder übermorgen benamsen werden? Nein, das würde man wohl nicht, weil das gewissen journalistischen Konventionen widerspricht.
Sympathisieren ist eine Sache. Medialen Raum an Sympathisierung zu vergeben ist eine andere. Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, wo mediale Entscheidungen über Veröffentlichung oder deren Unterbleiben aufgrund von politischen Sympathisierungshaltungen getroffen werden. Weder so noch so.


Nein, Namen wollen die enthafteten VolxTheaterKarawane-Mitglieder konsequenterweise http://.../>auch jetzt noch nicht haben.

katatonik (Aug 21, 01:27) #

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