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- 17 11 2001 - 17:48 - katatonik

Der Energiehaushalt der File-Sharing-Anbieter

Bekannt ist mittlerweile, dass auch Audiogalaxy viele Dateien aus Copyrightgründen sperrt und dabei durchaus übereifrig vorgeht. Bekannt ist ja auch, dass Neonazis File-Sharing-Dienste zum Tauschen von nazistischem Liedgut, aber auch von Hitler-Reden, Goebbels-Reden und so weiter nützen.
Gerade mehr als säuerlich aufgestoßen: Nach Nummern von “Tal” gesucht, der wo südamerikanische und jazzige Tracks sehr ansprechend & anregend zerhackt und wieder zusammenbaut (vor fast einem Jahr hier auf ihn aufmerksam geworden). Entgegen dieser Suchausgabe bei Audiogalaxy weiß ich aber sicher, dass “tal” keine Nummern mit dem Titel “Zum Einmarsch der deutschen Wehrmacht ins Sudetenland” oder “Ansprache an SA & SS 1933” produziert hat.
Naive Frage: Wenn File-Sharing-Anbieter schon so verdammt viel Energie investieren, die Musikindustrie zu befriedigen, warum investieren sie dann nicht mindestens ebenso viel Energie darein, die Verbreitung von Hitler- und Goebbels-Reden zu unterbinden? Oder vertritt man am Ende gar die Ansicht, auf diese Weise würde Zeitgeschichtestudenten an entlegenen Provinzuniversitäten wertvolles Archivmaterial zugänglich gemacht?

Ich weiß schon, dass die Verbreitung von Material nur Symptom und nicht Wurzel des Übels ist, aber ich höre ja auch bei Zahnschmerzen nicht auf, Schmerztabletten zu nehmen und das Symptom zu bekämpfen, obwohl der Eiterherd im Kiefer als Ursache nach wie vor aktiv ist.

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