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- 8 06 2002 - 13:02 - katatonik

Beknacktes Bekleckere

kleckerdialektik


Der junge Mann deutet mit seinem Finger auf einen Klecker unterhalb der Schrift. Leider kann die digitalisierte Abbildung den eindrücklichen Charakter der kunstvollen Kleckerei nicht adäquat vermitteln. Das Werk dient der Verdeutlichung und Reflexion über die Spannung zwischen Technologie (die Schrift) und Fleisch (Kleckerei, wobei sich allerdings Uneinigkeit darüber entspann, ob es sich um Blut oder Tomatensaft handelte), wobei der medial vermittelte Charakter – Textil! Schrift! – dialektisch den für die Moderne zentralen Gegensatz zwischen Saft und Kraft aufhebt.

es war die zahn-, und nicht die andere pasta


Katatonik zeigt mit beiden Fingern auf zwei Zahnpastaklecker auf der Vorderseite des gestern getragenen Oberbekleidungsstückes (leider gestatteten die Lichtverhältnisse keine Aufnahme vor Ort, sodass sie heute nachgeliefert werden muß). Die Klecker wurden in minutiöser Kleinarbeit und unter penibler Kalkulation der Textildehnungsverhältnisse sowie der durch Körperhaltung und -form bedingten textilen Krümmung positioniert und portioniert. Es handelt sich um eine interaktive Installation im sozialen Raum, da durch Verwendung fluoreszierender Zahnpasta eine Leitfunktion für landende Flugzeuge übernommen wird, gleichzeitig aber der Körper der Trägerin durch Herstellung von verbrüdernden Verbindungen mit anderen anwesenden Kleckerkünstlern in ein dichtes Geflecht kollektiven Bekleckertseins eingebunden wird.

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