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- 13 07 2002 - 20:35 - katatonik

Symbolpolitik, damals

“Die Schönerianer umgaben sich mit antisemitischem Nippes. Es gab Spazierstöcke, die als Knauf einen ostjüdischen Kopf trugen, ‘Judenbitter-Zigarettenspitzen’ mit Schönerers Bild für 20 Kreuzer, die aber ‘für Juden, Judenknechte und Schmierfinken 25 Kreuzer’ kosteten. Besonders effizient waren die billigen Klebemarken mit antisemitischen Sprüchen. Einmal kaufte Schönerer 40000 solcher Marken auf einen Schlag und ließ sie in der Stadt verteilen, 31 auf Postkästen, Türen jüdischer Geschäfte, Anschlagsäulen – und manchmal auch auf den neuesten Zeitungen in Cafehäusern. Die Zettel wurden allerdings von der Polizei als gesetzwidrig entfernt.”

Auch aus Brigitte Hamanns “Hitlers Wien”.
In einer Dokumentation über Irene Harand, eine österreichische Widerstandskämpferin, die die Nazizeit in den USA überlebte, war übrigens von einer symbolischen Propagandaaktion die Rede gewesen, mit der die “Harand-Bewegung” in den Dreißiger Jahren gegen den Antisemitismus ankämpfte: Es wurden Briefmarken hergestellt mit Konterfeis bedeutender jüdischer Wissenschaftler und Künstler.


Sie hatten viel Zeit und schlechten Geschmack, diese Typen. Was soll man als Depp auch sonst tun, ausser hassen?

gHack (Jul 13, 20:57) #


Ach, es gibt doch auch liebe und harmlose Deppen. Tun's das Deppentum doch nicht so deklassieren, der Herr.

katatonik (Jul 13, 21:04) #

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