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- 28 08 2002 - 09:54 - katatonik

modernes dilemma

kurze frage an selbst, ob ich die riesengelse neben meinem bett, die größte, die ich jemals in meinem überaus gelsenerfüllten leben gesehen habe, besser fotografieren oder töten sollte.


selbst war für töten.


Ich auch. Killen. Die Überreste kann man immer noch fotografieren und als Paraphrase für die Gewalt der Menschheit gegen die Natur präsentieren. Zwei Gelsen mit einer Klappe, sozusagen.

gHack (Aug 28, 10:23) #


gelse wurde mit besen in subatome zerstäubt, also leider nix zum fotografieren verblieben. ich könnte bestenfalls ein bild des besens als memento humanoider haushaltsgrausamkeit anbieten.

katatonik (Aug 28, 11:20) #


Als umweltbewusster Mensch musst Du jetzt dem getöteten Wesen eine Messe lesen lassen. Wofür gibt es denn sonst Gelsenkirchen?

gHack (Aug 28, 11:54) #


mein umweltbewusstsein kam in dem fall darin zum ausdruck, dass ich das meinem biotop fremde element (=gelse), das die biodiversität im biotop gefährdete, eliminierte.

katatonik (Aug 28, 11:56) #


oder machs auf die ökologische tour - wie ich: ich halte mir zwei spinnen, die mir im sommer die gelsen fangen. auch karmatechnisch viel besser, weil die zahlreichen tötungsakte dann nur die spinnen belasten und nicht mich.

caru (Aug 28, 12:01) #


die biotopkonformen spinnen müßten so klein sein, dass der auftrag, sie möchten doch bitte riesengelsenfangende netze bauen, gegen jedes geltende spinnenrecht verstoßen würde. neinnein, ich fang mir doch keine anklage wg spinnenausbeutung ein, so geht das nicht.

katatonik (Aug 28, 12:05) #


Ja, Du! Insekten versklaven, das geht so nicht, Du.

gHack (Aug 28, 12:16) #


ich protestiere. die spinnen haben sich unaufgefordert bei mir eingenistet und fangen meine gelsen auf vollkommen freiwilliger basis; auch hinsichtlich netzgröße mache ich ihnen keinerle vorschriften. ein anderer würde wahrscheinlich die spinnen umbringen!

caru (Aug 28, 13:33) #


immer das gleiche mit den postmodernen kapitalistischen ausbeutern. erst sagen sie, die arbeiter würden ja eh freiwillig zu ihnen kommen, sie täten ja nix dazu, dann kehren sie den gütigen arbeitgeber raus ("mache ja keine vorschriften") und grenzen sich noch taktisch von den nur einfach modernen ausbeutern ab ("ein anderer würde sie umbringen"). ts, ts, ts.

katatonik (Aug 28, 14:11) #


uhm, was sind eigentlich gelsen? ...ich erinnere mich, einmal eine grosse laufspinne mit einem espandrillo erlegt zu haben. die espandrillen musste ich danach wegwerfen - aber immerhin hat es nicht so schrecklich geknackt.

helene (Aug 28, 19:00) #


@helene: "gelse" = österreichisch für bundesdeutsch "schnake".

@hack: von wegen! spinnen sind gar keine insekten, natürlich.

caru (Aug 29, 11:48) #


Sind wir nicht alle Insekten? Ich bin ein Säugetier und spinne schliesslich auch!

gHack (Aug 29, 12:43) #


wenn du ein insekt (und womöglich zu gleicher zeit ein säugetier) bist, welches arachnoidenverhalten aufweist d. h. spinnt, ist das dein problem.

*fies grins* *lustiges liedlein pfeif*

caru (Aug 29, 12:48) #


"welcome to the insects: we're all the suspects.".

katatonik (Aug 29, 17:50) #


ist mir letzte woche nicht eingefallen: gelsen saugen!

caru (Sep 2, 11:36) #

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