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- 20 09 2004 - 21:22 - katatonik

Pots of gold hidden in the east of Germany, says German analyst

Henryk M. Broder wurde gerade im österreichischen Fernsehen fern-interviewt, Wahlausgang im Osten Deutschlands, Erstarken der Extremen.

Broder meinte, besagte extreme Rechte wären eher ein ästhetisches als ein politisches Problem. Er hätte ja von der Existenz gewisser Rechtsparteien in Landesparlamenten im Osten überhaupt erst jetzt erfahren, als es hiess, die wurden wiedergewählt. Aber so würden die ja nicht auffallen, und in ein paar Jahren würden sie dann halt wieder rausgewählt.

Broder pries die Restaurierung und Neupflege des deutschen Ostens. Nirgendwo im Westen würde man so liebevoll restaurierte Ortschaften finden. Das zeuge doch von Wohlstand. Im Ernst, es ginge dem Osten immer besser (nie dagewesener Aufschwung). Da wäre so ein bisserl Extremrechtswählen so eine Wohlstandskrankheit von Verwöhnten – so, wie sich die wohl verzogenen Sprösslinge reicher Familien halt einfach aufzulehnen glauben müssen.

Jede Glatze ein Topf Gold, so ist das wohl in Wirklichkeit.

(Will der Typ das österreichische Fernsehen verarschen, oder was war das?)


Er hat wohl zuviel Shit geraucht und sieht jetzt die Zwergerl mit ihren Goldtöpfen am Ende des Regenbogens über den blühenden Landschaften. Dummer Provo-Mist, obwohl ich Broder ja öfter gut finde als nicht.

gHack (Sep 20, 21:33) #


in den blühenden landschaften mecklenburg-vorpommerns in ein marihuanafeld gestolpert.

katatonik (Sep 20, 21:36) #


Urlaub in Hirnverbrandenburg.

gHack (Sep 20, 21:41) #


naja, so ganz schief könnte der broder nich liegen. das mit dem ästhetischen problem hätte von mir sein könn. wenn man sich die letzten 10 jahre da ankuckt, da haben ja eine ganze menge ästhetischer konkurrenzen als mögliche gegenmodelle versagt.

supatyp (Sep 21, 07:25) #


ich weiss nicht, was er mit "ästhetischem" vs. "politischem" problem meint. es klang so, als wären extreme rechte deshalb nur ein ästhetisches problem, weil ihre gewählten vertreter in parlamenten nun mal zwar ein hässliches bild machen, aber realpolitisch sowieso nichts tun. (den gegensatz "ästhetisch" vs. "politisch" finde ich ehrlich gesagt auch bescheuert, das ist ja kein entweder-oder, oder.)

sonderbar finde ich daran aber hauptsächlich, dass der blick auf ein angesichts einer wahl deutlich sichtbar werdendes phänomen auch in der analyse auf das sichtbare beschränkt wird - als wäre die rechte nur dann politisch ein problem, wenn sie in parlamenten was bewirken könnten. die ausserparlamentarischen politischen aspekte (ausländer verdreschen, ihnen nachstellen, sie bedrohen, überhaupt nachstellen, bedrohen und im günstigsten fall verdreschen als alltägliche politische praxis), tja - ich weiss nicht, ob mein bild des deutschen ostens verzerrt ist, aber sowas kann man doch nicht einfach ausblenden. politik ist nicht nur, was in parlamenten sichtbar wird, denkt man.

katatonik (Sep 21, 07:41) #


also ich seh das so: spd hier im westen meinzwegen hat ästhetisches plus, weil sie als partei noch sexymachende geschichte (willi brandt; wir wählen seit fünf generationen spd blablabla) hat. im osten haben die etablierten parteien es versäumt, an ihrer eigenen sexyness (=>vorsprung durch ästhetik) zu stricken. und auch deshalb plumps!

Sie wissen schon, wie ich das meine.

supatyp (Sep 21, 07:59) #


Ich glaube, Supatyp meinte "ästhetisch" im Sinne von "kultureller Dominanz" aka Gramscis Hegemonie.

gHack (Sep 21, 08:00) #


ich meine, dass broder mit ästhetisch die visuelle (non verbale) erscheinungsform der
**d meint. aber kulturelle dominanz ist auch gut: wer setzt sich durch beim run auf die topplätze in den sexycharts?

supatyp (Sep 21, 08:12) #


Das klingt ziemlich dumm, vor allem in Bezug auf die npd. Es ist das erste Mal seit weißichnich, dass in einem deutschen Parlament eine Partei sitzt, die nicht nur nazimäßig daherlabert, sondern auch alle möglichen Verbindungen (organisatorisch, personell) zu offen faschistischen Schlägern und Terroristen hat (Skinheads Sächs. Schweiz zB.). Die, die fürs Leute einschüchtern, vertreiben, umbringen verantwortlich sind, sind zum ersten Mal nicht nur die Wähler einer Nazipartei, sondern auch ihr quasi offizieller bewaffneter Arm.
Allein das Geld, das die Abgeordneten jetzt als Diäten, für die Fraktion usw. bekommen. Glaubt Broder, die behalten das alles für sich? Ich vermute, er ist einfach seit ein paar Jahren nicht mehr aus den Cafés von Berlin-Mitte herausgekommen. Brownies? Lecker!

bov (Sep 21, 09:01) #


brownies machen dick, lieber bov.

ich hab die tage einem berliner radio ein interview zum thema punk aus hier nich weiter erwähnenswerten gründen gegeben. die stelle, an der ich meinte, punk hätte im osten als stilkonkurrent zu den skins versagt, die habense nich gesendet

supatyp (Sep 21, 09:25) #


Das mit dem "klingt ziemlich dumm" bezog sich natürlich auf Herrn B., nicht auf Sie, Herr S.
Das mit der kulturellen Dominanz etc. stimmt natürlich, einerseits. Erklärt aber andrerseits nicht, woher sie kommt, wie diese "Sexyness" entsteht etc. Und das wäre doch der entscheidende Punkt, oder?

bov (Sep 21, 09:35) #


wenn ich Ihn das sagen würde, woher diese sexyness kommt, wären wir 2 gemachte leute

supatyp (Sep 21, 09:40) #


ich verstehe das nicht. broder beschäftigt sich doch im "spiegel", wenn er denn mal darf, und auch auf seiner website nahezu ausschließlich mit den themen antisemitismus, rechtsextremismus etc. dann zu sagen: er hätte das gar nicht gewusst, dass die überhaupt in parlamenten drin wären - das sollte wohl nur gut klingen. vielleicht hat er sich nur darin gefallen, den abgeklärten zu geben.

wr (Sep 21, 09:44) #


@ supa: Na, das ist doch ein Anreiz mehr, es rauszufinden.
@ wr: Er wird wohl leider langsam altersmilde.

bov (Sep 21, 09:55) #


ich habs glaub ich auch schon rausgefunden. aber wer zahlt?

supatyp (Sep 21, 10:46) #


ein bier gerne.

katatonik (Sep 21, 11:38) #


mit 1 bier .comSe da nich hin. tut mir leid

supatyp (Sep 21, 11:53) #


ja gut, ich geb auch eins dazu.

bov (Sep 21, 13:41) #


sehr witzig! es handelt sich hier um dreistellige summen!

supatyp (Sep 21, 14:57) #


die brigade schantal konopaschke kriegt doch sicher 100 biere zusammen.

katatonik (Sep 21, 15:06) #


100? Aber locker! Bloß, wie macht man es dann mit der Übergabe? Am besten: Hälfte gleich, Hälfte bei Auslieferung der Antwort.
Aber wehe, Sie erzählen nach 50 Bier irgendsone Stammtischweisheit, Herr Supa!

bov (Sep 21, 15:43) #


Mit 100 Bier kommen wir doch auch selber drauf!

Mama (Sep 21, 19:53) #


Aber wer bleibt bierlos und protokolliert? Wir vergessen das dann doch!

katatonik (Sep 21, 20:07) #


ich verrat jetz dem herrn supatyp sein tipp: sich die spd schönsaufen.

roland (Sep 21, 20:10) #


"Schröder schönsaufen"... Ich sehe schon das Wahlplakat vor mir.

gHack (Sep 21, 20:21) #


es ist ja nich damit getan, betroffenheit auszutauschen und rezepte zu verteilen. man muss an die instanzen direckt dran, aber wenn die kein leidensdruck haben, dann bimmeln die auch nich bei eim, weil die mein, das können die selbs besser.

beispiel: kurz nach der vereinigung brannte sonn asylbewerberheim im tiefen osten vor polen. es war das erste. sozialarbeiter riefen hier an und fragten um rat. der fall war soundso und ich sachte zu den: lasst die gegenander fußball spielen, die glatzen gegen die afrikaner und asiaten da. die haben das gemacht und schluss war mit übergriffen

das war für umsonst damals. heute mache ich gegen geld, "es geht um dreistellige summen" ist nur ein zitat aus dem film "rollo aller 2"

supatyp (Sep 22, 06:12) #

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