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- 29 05 2002 - 13:53 - katatonik

Vom Sozialen

Thema Gratisräder in Wien. Seit drei Wochen kann man theoretisch Fahrräder wie Supermarkteinkaufswägen durch Münzeinwurf entlehnen, in der Stadt (allerdings erlaubterweise nur innerhalb des Gürtels) herumfahren und unter Münzrückerstattung zurückbringen. Zu wenige Räder, zu viele Diebe, undurchdachtes System (wenn ich irgendwohin fahre, möchte ich auch wieder zurückkommen, daher möchte ich das Fahrrad über einen Zeitraum und nicht über eine Einzelstrecke behalten können).
In meiner Wohngegend sah ich die Räder vorwiegend unter Jugendlichen im Einsatz. Migrantenkids, wie man so schön sagt. Pubertärknaben mit den kleinen Brüdern hintendrauf. Spaß oder soziales Bedürfnis? Wen kümmerts. Mir gefiel das. Da bewegte sich was.
Der Organisator der Gratisräder reagiert auf die Probleme jetzt so: In Hinkunft muß man sich über Handy per SMS registrieren, wenn man ein Rad entlehnt.
Die Gratisräder bekommen also nur die, die Handys besitzen und sie sich leisten können. Ob dann noch die Jungs mit den Brüdern rumfahren?


In München gibt es auch ein CityBike-Projekt. Allerdings mit speziell ausgerüsteten High-Tech-Rädern. Man kann sie auch über Telefonzellen ausleihen, deshalb stehen sie auch meistens neben einer solchen. Der erste Betreiber ist gescheitert, jetzt finanziert es die Deutsche Bahn AG. Vielleicht hätten die Wiener Betreiber sich dieses Modell einmal vorher etwas genauer ansehen sollen. Die Räder waren immer kostenpflichtig, aber sie waren auch sehr beliebt und sahen meistens sehr gepflegt aus.

gHack (May 29, 17:30) #


Ja, die Koordination scheint nicht allzu toll gewesen sein. Es gab auch in anderen österreichischen Städten (Graz) ähnliche Überlegungen, die aber nie realisiert wurden, weil man sich schon *vorher* gedacht hat, das würd nix werden können.

katatonik (May 30, 00:18) #

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