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- 2 06 2002 - 19:36 - katatonik

Im Reich der Untertöne

“Auch abgeschmettert haben die Wiener Wähler vergangenes Jahr den Versuch Jörg Haiders, mit antisemitischen Ausfällen zu punkten: Die FPÖ erlitt eine herbe Niederlage.”

Quelle
Die Behauptung, die FPÖ wäre bei den Wiener Landtagswahlen wegen der antisemitischen Untertöne von Jörg Haider eingefahren, ist bei aller Wahlarithmetik und motivforschung gänzlich unbegründet. Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass die sozialdemokratische Partei vor allem in Gemeindebauten kräftig gegen die Sparpolitik der Bundesregierung mobilisierte und damit vor allem bei um ihre Pensionen besorgten Pensionisten – Erfolg hatte. Übrigens kommt das Anti-Antisemitismus-Motiv fürs Abstinken, so weit ich das nachvollziehen kann, vom Wiener Bürgermeister Michael Häupl.
Antisemitismus ist bei der FPÖ ein Unterton. Anti-Antisemitismus ist bei österreichischen Wahlen bestenfalls ebenfalls ein solcher, aber nicht mehr.


Man braucht ja die Juden nicht. Es gibt ja noch die Auslendaa. Und die Ääää-Uuuuh.

gHack (Jun 2, 20:34) #


Wir basteln uns ein Ressentiment. Heute: die saubere Socke. Schuld an ökonomischem Niedergang, moralischem Werteverfall und Anstieg der Verbrechensrate. Morgen: die saubere Unterwäsche. Über Übermorgen machen wir uns nach dem Händewaschen. Gedanken.

katatonik (Jun 2, 20:54) #


Aber nur dann, wenn die Unterwäsche sexy ist und protestantisches Pflichtbewusstsein vergessen lässt, und wenn man sich immer schön an die Breitengrade hält und die richtigen Krankheiten mit dabei hat.

gHack (Jun 2, 21:03) #


Wer Ressentiments bastelt, hält sich nicht mit Pflichtbewusstsein auf, keine Sorge. Und Krankheiten hat der sowieso immer dabei, meist auch die richtigen. Das mit den Breitengraden könnte allerdings ein Problem werden. Ressentimentbastler sind notorische Breitengradverwechsler.

katatonik (Jun 2, 21:13) #


Weswegen ich sexy Unterwäsche auch immer interessanter finde als Ressentimentfrickler und, äh, Popolisten.

gHack (Jun 2, 21:18) #


Dieses Thema verlangt nach eingehender privater Beschäftigung unter Zuhilfenahme dreidimensionaler Modelle.

katatonik (Jun 2, 21:22) #


In der Tat sind hier Computersimulationen auf Dauer unbefriedigend.

gHack (Jun 2, 21:28) #


Der Arlberg! Der Arlberg!

katatonik (Jun 2, 21:29) #


*beharr* Die Morgenmaschine! Die "Swiss" will nur um die 330 Francs für Ottakring und zurück. Nett von Tyler Brûlé, gell?

gHack (Jun 2, 21:31) #


Äußerst! Ich polier' schon mal die Limousine und nehm die Maurerkelle zur Hand (Zubau wegen, äh, umfassender Substanz am Mann).

katatonik (Jun 2, 21:33) #


Ich schrieb "die Morgenmaschine" und nicht "die Frachtmaschine"!!!

gHack (Jun 2, 21:35) #


Was, du willst den Morgen nach Wien bringen? Hammer doch eh schon da. Oder ist der Schweizer Morgen etwa von superiorer Qualität? (Superböse?)

katatonik (Jun 2, 21:38) #


Harrharr. Na klar! Da Wien östlicher liegt als Zürihausen, würde ein von mir mitgebrachter und installierter Morgen um einige Minuten später stattfinden als sonst üblich! Das bedeutet: Längere Finsternis! Wuhahahaha!

gHack (Jun 2, 21:43) #


Ich rufe hiemit dezent meine Zweitbeschäftigung als Herrscherin des Lichts in Erinnerung. So einfach wird das also nicht gehen, oh Finsterling.

katatonik (Jun 2, 21:44) #


Hahaaa: Wenn ich den Zürcher Morgen(TM) mitbringe, dann werden Sie länger schlafen können!

gHack (Jun 2, 21:46) #


Die Herrscherin des Lichts schläft nie. Merken Sie sich das doch endlich mal, mein Prokurist hat Ihnen in dieser Sache doch schon tausende von Aktenvermerken übermittelt.

katatonik (Jun 2, 21:47) #


Das ist ein Problem. Ich schlafe nämlich _dauernd_.

gHack (Jun 2, 21:53) #


Das Böse kommt also im Schlaf. Wie aufschlußreich.

katatonik (Jun 2, 21:55) #


Ja. Es sei denn, Hauskater hat gerade wieder Sex mit der Nachbarskatze. Direkt vor meinem Fenster *grein*

gHack (Jun 2, 22:02) #


Ich empfehle beherztes Mitheulen. So macht man das Beste aus verpatzten Schlafsituationen. Im übrigen stellt sich soeben heraus, dass die Frage "zu mir oder zu dir?" bei Weblogs eigentlich gar keine Entscheidung erfordert.

katatonik (Jun 2, 22:03) #


Er heult nicht, der Hauskater, sondern er grummelt erst rum, und dann faucht er, weil er von ihr eine getatzt kriegt. Vielleicht katert er nicht korrekt, was weiss ich. Und Multitasking fand ich zumindest webtechnisch schon immer eine feine Sache.

gHack (Jun 2, 22:09) #


Vielleicht liegen ihm die Kreditraten fürs Auto noch am Gemüt und behindern sorgenfreies Rumkatern? So kanns gehen mit dem bürgerlichen Besitzdruck.

katatonik (Jun 2, 22:11) #


So ist er, der Katzitalismus! Katerstimmung statt unbeschwerter Libido!

gHack (Jun 2, 22:14) #


Er sollte sich wohl aufs Fahrradfahren besinnen, der Kater. Auch innerhalb des katzialistischen Systemes sind, so grausam es auch sein mag, Verbesserungen möglich.

katatonik (Jun 2, 22:22) #


Ha! Ich schenke dem Kater gleich morgen die gesammelten Werke von Eduard Bernstein. Aber ich fürchte, er wird sie nicht lesen, sondern versetzen und sich dafür am Hauptbahnhof kolumbianisches Katzenstreu kaufen.

gHack (Jun 2, 22:42) #


Es empfiehlt sich also ein etwas sorgfältiger Belehrungsansatz. Verabreichung von kolumbianischem Katzenstreu bei gleichzeitigem Vorlesen aus Hern Bernsteins Werken mit sonorer Stimme (die r-s schön rollen, das dürfte Ihnen ja nicht schwerfallen), und die Reformierung ist im Nu vollendet.

katatonik (Jun 2, 22:45) #


antisemitismus, in tateinheit mit anti-israelismus, wird seit wochen täglich aufm stephansplatz gepredigt - von palästinensern und ihren sympathisanten (darunter sogar einem jüdischer abkunft). seither geh ich nimmer über den stephansplatz, wenn ichs vermeiden kann.

wollt ich nur auch mal sagen.

semit (Jun 3, 15:17) #

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