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- 12 03 2003 - 16:32 - katatonik

Hin und wieder fluthen

“Man halte diesen Jambenvers des indischen Epos neben den der griechischen Tragödie: dort ein rascher Strom, der in stetigem Lauf seinem Ziele zueilt, hier ein weites Meer, in dem die Wogen auf und ab, hin und wieder tanzen, in einander fliessen und sich an einander brechen; in den Rhythmen des einen malt sich eine Welt des Handelns, in denen des anderen eine Welt des Geschehens, die zwischen Werden und Vergehen endlos hin und wieder fluthet.”

Hermann Oldenberg, “Bemerkungen zur Theorie des Śloka” (Sanskrit-Versmass). 1881.


und all der unterschied soll darin liegen, daß das eine sechzehn silben pro halbstrophe hat und ne zäsur in der mitte haben MUSS, während das andere zwölf silben pro vers hat und keine zäsur in der mitte haben DARF. dünn, hermann, sehr dünn.

vermutlich sind dann alexandriner die ideale synthese zwischen hellas und indien, morgen- und abendland. rückert? hallo?

caru (Mar 13, 12:02) #


Also, ich hab ja schon 1820 festgehalten, "... daß der Hexameter mir ein weit größeres Meisterstück der rhythmischen Kunst zu seyn scheint als der Slokas. [...] Die Nymphen, welche dem Apollo, als er seinen Bogen auf den Drachen Python spannte, den ersten Hexameter aufmunternd zuriefen, hatten eine höhere Eingebung als der weise Einsiedler Valmikis, da er einen Reihe rdurch einen Pfeilschuß plötzlich fallen sah, das Weibchen um ihren blutigen Gatten jammern hörte, und von tiefem Mitleiden getroffen, die Verwünschungen gegen den Jäger in vier gleichgemessenen Gliedern aussprach."

Dramatisches mit epischem Versmaß vergleichen ist wohl eher noch eine Stufe gewagter.

A. W. v. Schlegel (Mar 13, 12:37) #

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