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- 20 07 2001 - 17:10 - katatonik

“XXX, du Schlampe, du gefingerte Hure!”

Das steht hingekritzelt am Kondomautomat in der Gasse, in der ich wohne. Die Beschimpfungen an sich sind ja nichts Unübliches, aber was soll der Ausdruck “gefingert”? Kommt wer immer das schrieb aus einer Kultur, wo nur fingerlose Frauen der Prostitution nachgehen? Hat wer immer das schrieb bislang nur fingerlose Prostituierte gesehen?
Suchen zufolge kommt der Ausdruck “fingern” ja im pornographischen Bereich öfter vor, hauptsächlich, wenn Männerhände sich an Frauengeschlechtsteilen umtun. Eine “gefingerte Hure” wäre dann also nicht eine Hure, die Finger hat, sondern eine, die mit Fingern angegriffen wird. Dann scheint allerdings der Extraausdruck “gefingert” die derbe Beleidigung “Hure” gar etwas abzuschwächen – nicht gef***t, nur gefingert. Ist das im Sinne des Beleidigers? Seltsam bleibt seltsam.
Seltsam? So spricht der deutsche Außenminister Joschka Fischer: »Es hat weh getan, wenn der persönliche Vorwurf erhoben wurde, ich hätte die Bundesrepubik Deutschland in einen Krieg gefingert mit einem Annex B.«

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