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- 2 05 2026 - 11:25 - katatonik

Die Internationale

Nachts schwerer Regen, irgendwann auch heftiges Donnergrollen. # Japan, Regen, offenes Fenster, Assoziationsreichtum entspannenden Feinsinns. # Die Gründer-Halle (Goei-dō) des Higashi-Hongaji-Tempels weist eine Fläche von 927 Tatamimatten auf. # Im etwas trüben Wassergraben um den Higashi-Honganji bunte Koi, plötzlich taucht etwas auf, tatsächlich fischt da ein Kormoran herum, an einem von Menschen sehr belebten Ort. # Im wechselhaften Wolkenspiel blitzen die massiven, riesigen Holzdächer der Tempelgebäude immer wieder sonnenbestrahlt auf. # Auch ein Gebäude des Higashi-Honganji wurde für das Fotofestival Kyotography zur Verfügung gestellt. Werke einer südafrikanischen Fotografin an einem sehr besonderen Ort, der eigens dafür auch recht aufwändig gestaltet wurde. Menschen schätzen den Aufwand still. # Der Higashi-Honganji ist ein Ort, der seine Superlative zelebriert, die ungeheuren Holzmengen, die für den Bau dieser riesigen Hallen, mit ihren dicken Säulen und massiven Dächern, nötig waren. Die Seile für den Antransport der Holzstämme beim letzten der mehreren Wiederaufbauten im 19. Jahrhundert (Feuer zerstörten die Anlage im Laufe ihrer Geschichte einige Male) gemischt aus Frauenhaar und Hanf. Die qualitativ schlechten Hanfseile der damaligen Zeit, so heisst es, hätten den schweren Stämmen nicht standgehalten. Daher hätten Frauen in ganz Japan ihr Haar gespendet, aus dem insgesamt 53 Seile geflochten wurden. Das längste davon 110 Meter lang, 40 Zentimeter dick, etwa 1 Tonne schwer. # Eine langgezogene Demonstration am 1. Mai, der hier kein öffentlicher Feiertag ist, am Gehsteig an einer viel befahrenen Straße. Es folgen aufeinander Blöcke aus unterschiedlich zurechtgemachten Leuten, manche mit bunten Spitzhüten, andere mit roten Armbinden. Aus Lautsprechern tönen fröhlich orchestrierte Chöre mit Orchesterbegleitung, ähnlich dem revolutionären Liedgut Chinas, darunter dann auch die Internationale. Transparente, unter anderem “Putin! Hör mit dem Krieg auf!” # Ein sehr modernes Universitätsgebäude mit weitläufigen, nüchtern und dennoch behaglich gestalteten Mittelräumen mit viel Platz für lesende und lernende Studis, sogar mit Mikrowellengeräten ausgestattet. # Im Entenrestaurant am Entenfluss (Kamogawa). Kyoto Duck soll speziell sein, die Jungs bestellen alles mögliche an Spießen mit Entenfleisch und -innereien, Entensukiyaki, Enten-Shabu-Shabu, Enten-Sashimi, einfach alles auf Ente. # Salat mit knackig gebratener Tofuhaut (Yuba). # Ausgerechnet am WC des Restaurants der Hinweis, man würde hier nur lokale Tiere, unter tierfreundlichen, hygienischen Bedingungen aufgewachsen, etc. pp. # Die Jungs sind auch absolute Sakespezialisten, Hut ab. # Gierige Schwarzmilane werden in Kyoto zur Herausforderung. # Kinderfreundlichkeiten: das niedrige Pissoir in einer öffentlichen Damentoilette. Kinderformungen: die kleinen Einkaufskörbe, an den Supermarkteingängen, in rosa und hellblau, neben den größeren in grau.