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- 3 09 2005 - 09:36 - katatonik

doch kein tug-posting

magnesium, ich sage euch, magnesium, und das katerkopfweh kommt nicht mehr, und man muß den nachsufftag nicht in rein vegetativen zuständen verbringen.

im park neben dem vietnamesischen restaurantsgastgarten tobte eine rückenverkrümmte alte sandlerin, weil der park versperrt worden war und sie nicht mehr rauskonnte. sie konnte nicht dazu bewegt werden, durch den restaurantgastgarten rauszugehen. es kamen dann zwei polizisten, mann und frau, die ihr dabei freundlich behilflich waren. aber da war i doch no nie, sagte sie, nein, wo sie noch nie war, da wollte sie auch nicht rein, nicht einmal durch. ging aber dann doch.

im carina ein konzert einer band, furchtbar und rockig, aber der schlagzeuger soll eine geniale dissertation über die katachrese geschrieben haben und kennt frau s., die frau von herrn k. von jumpcut.antville.org. immerhin. und, ja, heute weiß ich auch, was eine katachrese ist, auch gut.

zum fred nicht mehr gekommen, weil der keinen gastgarten hat und der nachbar und frau a. unbedingt den vielleicht letzten lauen abend des jahres draußen sitzen wollten. angemerkt, dass ich diese “wir müssen jetzt unbedingt was tun, weil wir sonst keine gelegenheit mehr dazu kriegen”-haltung nie so richtig verstanden hätte. der nachbar meint, er schon. wir verbleiben in gewogener haltungsdifferenz und sitzen den rest der nacht im gürtelgastgarten, wie lauschig.

mit dem nachbarn dann doch ein paar neworleansbemerkungen. furchtbar, grauslich, so, ja, verdammte dammreparaturgeldeinsparungsscheiße, und wie man letztlich auch nicht verstehen kann, warum man in einer stadt, wo außer giftbrühe und toten und alligatoren und schlangen nichts mehr ist in den straßen, bewaffnet marodieren und gewaltverbrechen muß, wirklich, unverständlich. dann doch noch ein paar scherze gerissen. streift man sich endlich die giftbrühe von den gliedmaßen, nur, damit dann der alligator giftfrei zubeißen kann, na toll, das war dann wieder notwendig. so in die richtung eben.

dann noch tolle geschichten gehört über, wie das internet geistig behinderten oder psychisch kranken hilft. vor allem die eine, wie einer, der anfangs mit dem internet gar nichts anfangen konnte, es dann zu meisterschaft im staatspolizeiaufhorchenlassenden bedrohen von prominenten und zur bestellung ganzer flugzeuge auf flughäfen brachte, auch, weil er sich in internetcafes mit seinem phänomenalen zahlengedächtnis kreditkartennummern von irgendwem merken konnte. niemand wollte glauben, dass er das gewesen sein konnte, immer noch unglaubiges staunen bei den betreuern und sachwaltern, die jetzt mit fluglinienanwälten etc.pp.

noch ein grund, demnächst eine rechtsschutzversicherung abzuschließen, falls ich mal in einer lauen, magnesiumhältigen stunde einen airbus bestellen sollte. man weiß nie; der wahnsinn ist immer nur eine gipskartonwand entfernt.

gut, von diesem ganzen bewerbungszeug wegzukommen und fast gar nicht über kommissionszusammensetzungen, möglichen voreingenommenheiten und perfide einflußnahmen zu sprechen. davon höre ich ab november noch genug. kann mir nach wie vor nicht vorstellen, es auf professur A und B bis zum vorsingen zu schaffen, aber probieren, klar. texte über die zukunft des faches verfassen, lehrentwicklungspläne, eigentlich macht das spaß, es ist wie legohäuser bauen, die man dann doch auch den spielkameraden zeigen und bei ihnen eindruck schinden will.

dieses gewirkse auch immer. hat man einen prinzipiellen standpunkt etwa zur berufung von mit bereits beschäftigten professoren (m/w) verheirateten professoren (m/w)? oder hat man keinen, lässt sich in die niederungen des abwägens von für dies und wider jenes herab, was gefahren erhöht ebenso, wie es spielräume schafft? nimmt man eine bestimmte haltung zu solchen fragen nur deshalb ein, weil sie die eigenen interessen fördert? (geht sowieso nicht, auch wenn man das gegen die eigene vernunft hinbrächte, weil die anderen beteiligten nicht dumm sind.)

nachmittags war übrigens der reizende japanische student noch einmal vorbeigekommen, der von der fast schon vorletztwöchigen konferenz noch da war, um sich an der universität als dissertant einzuschreiben (geht für das wintersemester nicht, weil außer-eu-studierende hier nur bis 1. september inskribieren dürfen, sagte man ihm am 1. september, dankeschön, aber jetzt kommt er trotzdem und macht halt im ersten semester deutschkurse, der enthusiast). weil er wusste, dass ich grünen tee mag und mir irgendwas als gestengeschenk mitbringen wollte, aber natürlich keinen grünen tee aus japan mithatte, brachte er gestenhalber zwei fläschchen grünteegetränk mit zitrone aus dem supermarkt. ich bedankte mich gerührt. wir kamen dann doch überein, dass das getränk viel mit krankenhaustee gemeinsam hatte (transkulturelle beobachtung), und ich bedankte mich erneut gerührt für die geste. (das wort kannte er auf deutsch noch nicht, auch nicht “bewilligen”). ach, jetzt erreiche ich jenes level der ehrwürdigkeit, wo reizende japanische stundenten vor ihrem abflug extra noch vorbeikommen, der geste halber. dagegen ist eigentlich nichts einzuwenden. überhaupt nichts.


kater sind aber gut!

hauskater (Sep 3, 19:10) #


nur die mit herz.

katatonik (Sep 3, 21:29) #


*umdiebeinestreich*

hauskater (Sep 3, 22:18) #


magnesium ist eine sehr gute sache. wenn ich nur nicht das trinken eingestellt hätte!

LaTaiga (Sep 4, 10:39) #


Das mit der Katachrese ist nicht so einfach, sage ich Ihnen, es gibt ja immer mindestens zwei verschiedene Versionen davon, was das ist, und wie diese Versionen zusammenhängen, das wäre dann auch noch zu klären. Jetzt rätsle ich aber, ob ich den Schlagzeuger auch kenne. Heißt er G.? Das wäre der einzige, der für mich an den Koordinatenpunkt Metapherntheorie/Wien passt. Aber dann kennt er mich auch. Gleich mal S. fragen, wer ihr noch einfällt. Und Gewirkse ist wohl ein Austriazismus? (Übrigens melde ich mich demnächst bei Ihnen, wegen V., auch wegen H.)

knoerer (Sep 4, 14:24) #


Ich denke, der Schlagzeuger hieß tatsächlich G., könnte aber im Bedarfsfall auch noch bei A. nachfragen. Ich blieb freilich nicht lange genug, um in Gesprächssituationen zu gelangen, katachretisch or otherwise.
"Gewirkse" ist die entdialektisierte Version von "Gwirks", was so viel ist wie ein Durcheinander, Ballawatsch, Kuddelmuddel, Remasuri.
(Oh ja, melden Sie sich in Sachen V. und H., wir können dann auch über W., T. und F. korrespondieren.)

katatonik (Sep 4, 15:12) #

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