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- 20 01 2004 - 00:50 - katatonik

Aufstiegskontrollen im Abstiegsgefühl

An jedem Rolltreppenaufgang steht ein dicker Mann in dunkelblauem Arbeitsanzug mit neongelber Plastikweste. Fast möchte man meinen, da würde gearbeitet, wo nichts zu arbeiten sei, demonstriert, wo man ruhig auch mehr demonstrieren könnte.

Aber nein, es wird nur kontrolliert, der Fahrscheinbesitz der ausgestiegenen und aufsteigenwollenden U-Bahn-Passagiere nämlich. Von oben überwacht eine Gruppe Sandler mit Bierdosen in den Händen den Kontrollvorgang. Westbahnhof.

Die hinaufrollenden Passagiere sind verwundert, kommt es doch in Wien selten vor, dass auf diese Weise kontrolliert wird: beim Stationsausgang. Ich habe das in Wien überhaupt noch nie erlebt und teile das der Rotfuchsmantelträgerin neben mir mit, da so auf der Rolltreppe. Auch sie ist stationsausgangskontrollenunerfahren, sagt sie. Wir rollen getrennter Wege hinfort.

Im Kopf flaue Witze über die mentale Verunsicherung durch verstärkte Sicherheitskontrollen, die sich als Einsichten maskieren. Dass ein Übermass an Kontrollen ein Untermass an Sicherheit mit sich bringt. Das hat wahrscheinlich auch schon jemand …, aber was soll’s.


Hier sind die Kontrollettis seit neuestem auch nicht immer inkognito unterwegs, sondern hüllen sich ich blaue Jacken. Vielleicht ein neuer Trend.

gHack (Jan 20, 21:40) #


Vielleicht gab es Colani-Blaujacken im Ausverkauf.

katatonik (Jan 20, 23:46) #


Mit Rückenbesprühschablone der jeweiligen Verkehrsbetriebe.

gHack (Jan 21, 07:56) #

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