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- 1 11 2004 - 15:41 - katatonik

Gesellschaftswasser

1. November, Allerheiligen, Mittags, hellgrau. Der Wiener hat zu dieser Zeit gefälligst Schnitzel zuzubereiten, zu verspeisen, dann Kaffee zu trinken und die greinende Kinderbagage auf den Friedhof zu schleppen, wo diversen verstorbenen Angehörigen gedacht wird, derweil die Familienhandys polyphon um die Wette klingeln.

Wenn es also noch einen Funken Tradition in dieser Stadt gibt, dachte ich, müsste das Stadthallenbad an diesem Feiertagsmittag auf jeden Fall fast leer sein, benützt nur von einigen unbelehrbaren Ramadanschwimmern und gottlosen Verlorenen. Katholischer Gedenktag in katholischem Land, mittags – wer schwimmt denn da schon?

Erstaunlicherweise tun das jede Menge Leute. Alt, jung, hell, dunkel, Mann, Weib, Kind.

Was machen die da alle? Kein Anstand mehr im Leib? Kein Essen mehr, mittags? Kein Gang “aufs Grab”?


wieder mal untergang des abendlandes. und wir mittendrin.

woran sich festhalten? an der kasusrektion?

caru (Nov 1, 22:38) #


ich bin für zwingende schwimmverordnung zu weihnachten. friedhof zu allerheiligen ist schon ok, zumundest für nichtschwimmer aber auch nicht-religiöse wie ich es einer bin.

an so einem tag wär mir sogar schwimmen zu hektisch.

stefan (Nov 4, 23:43) #

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